Gehalt: Wie viel verdient ein Kieferchirurg?

Alle Infos zum Einkommen von MKG-Chirurgen

Die Verdienstmöglichkeiten von Mund-Kiefer-GesichtschirurgInnen hängen von ihrer jeweiligen Arbeitsweise ab. Je nachdem, ob die MedizinerInnen in der eigenen Praxis oder als angestellte FachärztInnen arbeiten, ergeben sich unterschiedliche Gehälter. Die Verdienstspanne wird hier vorgestellt.

Einkommen eines Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen mit eigener Praxis

Ein großer Teil der FachärztInnen für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie ist im ambulanten Bereich tätig. Aktuelle Daten der Bundesärztekammer zeigen, dass weiterhin ein signifikanter Anteil der MKG-ChirurgInnen in eigener Praxis arbeitet, während ein kleinerer Teil angestellt tätig ist.

Zur wirtschaftlichen Situation liefern Auswertungen des Statistisches Bundesamt eine belastbare Orientierung: Arztpraxen chirurgischer Fachrichtungen erzielen heute durchschnittliche Reinerträge im Bereich von etwa 300.000 bis 370.000 Euro jährlich. Fachgebiete mit hoher technischer Spezialisierung – wie die Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie – liegen häufig im oberen Bereich dieser Spanne.

Zu beachten ist, dass es sich hierbei nicht um das persönliche Einkommen handelt. Von den Einnahmen müssen Kosten für Personal, Praxisräume, Medizintechnik und laufende Betriebsausgaben abgezogen werden. Gleichzeitig bieten Spezialisierungen, etwa in der rekonstruktiven oder ästhetischen Chirurgie, zusätzliche Einnahmepotenziale. Insgesamt gilt die Niederlassung in der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie als wirtschaftlich attraktiv, erfordert jedoch unternehmerisches Know-how und eine sorgfältige Planung der Kostenstruktur.

Gehalt als angestellter Mund-Kiefer-Gesichtschirurg

Während ihrer Weiterbildung zum MKG-Chirurgen sind die Ärzte und Ärztinnen fest angestellt und absolvieren ihre Facharztweiterbildung hauptberuflich. In dieser Zeit als Assistenzarzt oder Assistenzärztin erhalten die angehenden Mund- und Kieferchirurgen ein Gehalt von ihrer Ausbildungsstätte. Für 2024 werden rund 500 KieferchirurgInnen als stationär tätige ÄrztInnen geführt.

Die Höhe des Gehalts von Mund- und Kieferchirurgen in der Weiterbildung, die in kommunalen Krankenhäusern und Kliniken arbeiten, richtet sich nach den Vorgaben des jeweiligen Tarifvertrages. Für ÄrztInnen an Universitätskliniken gilt der Tarifvertrag TdL. Aktuell ergeben sich bei den Brutto-Monatsgehältern abhängig von der Qualifikation folgende Gehaltsspannen an Unikliniken:

  • Assistenzarzt: 5.600 € bis 7.200 €
  • Facharzt: 7.400 € bis 9.300 €
  • Oberarzt: 9.300 € bis 10.600 €
  • Leitender Oberarzt: 10.900 € bis 11.900 €

Innerhalb der jeweiligen Entgeltgruppe steigert sich die Höhe des Gehaltes mit der Dauer der Tätigkeit für die Klinik.

Für FachärztInnen der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in kommunalen Krankenhäusern gilt der Tarifvertrag TV-Ärzte VKA. Im aktuell geltenden Tarifvertrag ergeben sich folgende Gehälter:

  • Gehalt als Assistenzarzt: 5.600 € bis 7.300 €
  • Gehalt als Facharzt/Fachärztin: 7.400 € bis 9.700 €
  • Gehalt als Oberarzt oder Oberärztin: 9.300 € bis 10.800 €
  • Gehalt als leitender Oberarzt oder Oberärztin: 11.000 € bis 12.000 €+

Weitere Informationen zu den ärztlichen Tarifverträgen finden Sie hier. Wie Sie als Arzt oder Ärztin mehr Geld verdienen können, lesen Sie in unserem Beitrag: Honorararzt werden – Ist es das Richtige für mich?

Die Tarifverträge für Ärzte und Ärztinnen an kommunalen Krankenhäusern unterscheiden die Gehälter nicht nach Fachbereiche. Das heißt, alle Ärzte und Ärztinnen verdienen gleich viel, ein Plastischer Chirurg verdient also gleich viel wie ein Augenarzt oder ein Facharzt für Anästhesiologie oder wie ein Gynäkologe

Bildquelle: iStock.com/gpointstudio

Stand: Mai 2022