Umfrage und Tipps

Gewalt im Gesundheitswesen: Eine wachsende Herausforderung

Gewalt im Gesundheitswesen - eine wachsende Herausforderung für Kliniken
Frederike Thoma | 27.3.2025 | Lesedauer: 2 Minuten

Fast jede medizinische Einrichtung hat mit Gewalt gegen das eigene Personal zu kämpfen, wie eine Umfrage von doctari widerspiegelt.

Übergriffe am Arbeitsplatz finden auffällig oft im Gesundheitswesen statt. Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (DGUV) entfallen 40 Prozent der gemeldeten Gewaltunfälle auf das Gesundheits- und Sozialwesen. In konkreten Zahlen bedeutet das mehr als 26.000 meldepflichtige Unfälle in den Jahren 2017 bis 2021. Besonders stark betroffen sind Fachkräfte aus der Gesundheits- und Krankenpflege sowie aus der Geburtspflege.

Fast jede medizinische Einrichtung hat mit diesem Problem zu kämpfen. Das spiegelt sich auch in einer aktuellen Umfrage von doctari wider. Demnach haben im vergangenen Jahr 92 Prozent der befragten Einrichtungen Gewaltvorfälle verzeichnet. Das hat schwerwiegende physische und psychische Folgen für die betroffenen Fachkräfte.

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Publikumsverkehr verstärkt Gewalt

Die Häufigkeit von Gewaltvorfällen hängt eng mit diversen Faktoren zusammen, wie Arbeitsbelastung, Zahl der Patientinnen und Patienten, Art des Patientenkontakts oder auch der Verfügbarkeit von Präventionsmaßnahmen. Besonders in Krankenhäusern mit hohem Publikumsverkehr oder Akutfallmanagement scheinen Vorfälle häufiger aufzutreten, entsprechend sind Krankenhäuser der Regel-, Grund-, und Maximalversorgung besonders betroffen.

Welche präventiven Maßnahmen werden genutzt?

Doch was können medizinische Einrichtungen tun, um ihre Mitarbeitende zu schützen oder zu unterstützen? 61 Prozent der befragten Einrichtungen verfügen bereits über ein Gewaltpräventionskonzept. Präventive Maßnahmen wie Schulungen (70 Prozent) und Deeskalationstrainings (57 Prozent) sind in vielen Einrichtungen bereits Bestandteil des Arbeitsalltags.

Dies zeigt, dass ein Großteil der Einrichtungen die Relevanz strategischer Präventionsansätze erkannt hat und aktiv an einer Umsetzung arbeitet. Die Einführung von strukturellen Sicherheitsvorkehrungen wie Absperrungen, Verglasungen (35 Prozent) oder der Einsatz von Sicherheitsdiensten (22 Prozent) steht bei vielen jedoch noch auf dem Plan.

Umfrage-Ergebnisse zur Frage: Gibt es Bedarf an Präventionsmaßnahmen?

Viele Kliniken sehen einen hohen Bedarf an Präventionsmaßnahmen

Praxis Tipps für eine wirksame Gewaltprävention

Der beste Schutz vor Übergriffen sind präventive Maßnahmen. Wir haben hier ein paar Tipps aufgelistet, die schnell und einfach umzusetzen sind.

  • Konzept vorleben: Führungskräfte agieren als Vorbilder für Werte und Handlungsrichtlinien
  • Respektvolle Kommunikation: Führungskräfte fördern offene, vertrauensvolle Gespräche
  • Selbstreflexion: Jede Person hinterfragt regelmäßig das eigene Handeln
  • Bedürfnisse äußern: MitarbeiterInnen befähigen Anliegen klar zu formulieren und Grenzen zu setzen
  • Schulungen: Konstruktive und transparente Kommunikation mit PatientInnen und Angehörigen stärken

Titelbild: iStock.com/Ivan-balvan

Autor

Frederike Thoma

Frieda arbeitet bei doctari in den Bereichen work safety und Communications & PR. Als psychologische Ersthelferin setzt sie sich aktiv für Gewaltprävention im medizinischen Arbeitsumfeld ein. Kommunikation ist ihre Superkraft – ob in Krisensituationen oder im doctari Podcast Einsatzbereit.

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