Bei einer Überlastungsanzeige ist es wichtig, andere Beteiligte wie die Stationsleitung miteinzubeziehen.
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Ja. Die Überlastungsanzeige hilft dabei, die anhaltende Überlastung sachlich zu dokumentieren. Sie dient als juristische Sicherheit für die Pflegekraft und ihre Vorgesetzten. Wiederholte Anzeigen schaffen einen Anreiz für Veränderungen. Ohne Anreize zur Veränderung gibt es keine Besserung der Situation.
Nein. Pflegekräfte können für eine Überlastungsanzeige keinen Ärger bekommen. Dieses Instrument ist rechtlich zugelassen. Etwaige negative Konsequenzen können angezeigt werden. Tatsächlich ist es sogar wichtig, den Vorgesetzten über die möglichen Gefahren zu informieren.
Wichtig hierbei ist eine offene, sachliche und transparente Kommunikation. Damit vermeiden die Pflegefachkräfte Missverständnisse und sorgen für Verständnis gegenüber Kolleginnen und Kollegen sowie den Vorgesetzten.
Gegenwind entsteht oft durch Angst und Unsicherheit. Hier ist eine offene und lösungsorientierte Haltung wichtig. Anbei einige Ideen:
Externe Unterstützung durch Schulungen. Es können Workshops angeboten werden, die rund um das Thema aufklären. Dies baut Ängste ab. Zudem kann der Betriebsrat zur rechtlichen Absicherung einbezogen werden.
Unterstützung durch Kolleginnen und Kollegen sichern: Wenn Pflegefachkräfte Angst haben, sich mit einer Überlastungsanzeige unbeliebt zu machen, hilft eine offene und sachliche Kommunikation. Gemeinsame Überlastungsanzeigen können mehr bewirken als einzelne.
Führungskräfte mit ins Boot holen: Pflegefachkräfte sollten aktiv einen sachlichen Austausch zu ihren Vorgesetzten suchen und diese einbinden, die Not erklären und klarstellen, dass die Überlastungsanzeige keine Schuldzuweisung ist.
Aufklären: Viele Pflegekräfte und Leitungspersonen sehen die Anzeige nicht als dienliches Instrument für Probleme, sondern als Beschwerde. Transparente Kommunikation kann hier helfen.
Pflegekräfte sollten eine Überlastungsanzeige nutzen, um sich und die eigenen Kolleginnen und Kollegen zu schützen. Offene und transparente sowie lösungsorientierte Kommunikation ist dabei sehr wichtig. Dann gibt es auch keinen Grund zur Sorge. Pflegekräfte haben ein Recht auf bessere Arbeitsbedingungen - und Patientinnen und Patienten haben ein Recht auf eine qualitativ hochwertige und sichere Pflege.
Titelbild: iStock.com/Jacob Wackerhausen
Welche Konsequenzen hat eine Überlastungsanzeige
Die Anzeige ist ein legitimes Mittel, um auf eine Gefährdung hinzuweisen. Sie darf keine negativen Konsequenzen für die Pflegekraft haben, die sie stellt. Andersherum darf eine solche Anzeige auch nicht dazu führen, dass die Fachkraft ihre Arbeit nicht mehr sorgfältig erledigt.
Kann eine Überlastungsanzeige zur Kündigung führen?
Nein, eine Kündigung aufgrund einer Überlastungsanzeige ist nicht zulässig.
Wie muss der Chef bei einer Überlastungsanzeige reagieren?
Arbeitgeber haben eine Fürsorgepflicht und müssen auf eine solche Anzeige reagieren, um die Mitarbeitenden nicht zu gefährden.
Melanie Meißner
Examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin mit einem B. A. in Gesundheitsökonomie und viel Erfahrung als Pflegedienstleitung. Als Autorin teilt sie ihr umfangreiches praktisches Wissen aus dem Pflegebereich mit einem breiten Publikum.
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